Schön wars! – Mantraillehrgang vom 12. bis 14. Juni 2015

von Jule und Jeremias
500km, 60 Stunden und einiges an Regen später blieb uns Trailer nur zu sagen: „Schön wars!“. Romantische Gässchen, plätschernde Bächlein, eine mittelalterliche Altstadt bildeten die Kulisse für den 1. Mantraillehrgang der DRV-Staffel Teamdogs im beschaulichen Heilbad Heiligenstadt. Nachdem unsere beiden Trailer bereits am Freitagabend anreisten und Lager aufschlugen, lauschten wir anschließend gebannt dem Theorievortrag zum Thema „Negativ“. In diesem vertieften wir die bereits vorhandenen Kenntnisse und erfuhren auch neue spannende Dinge wie bspw. die spannende Frage: „Wo und wie setzt man gezielt Negativanzeigen als einsatztaktisches Mittel ein?“
Nach einer erholsamen aber kurzen Nacht ging es am Samstag nach Heilbad Heiligenstadt um die ersten Trails zu machen und eine Bestandsaufnahme der weiteren Teams durchzuführen. So hatten wir in unserer Gruppe u.a. einen Bloodhound, auf dessen Sucharbeit Jeremias besonders gespannt war.
In Vorbereitung auf die im nächsten Frühjahr anstehende Prüfung lag der Schwerpunkt des Teams Paula-Jeremias auf eben dieser. So galt es einen Longtrail im strömenden Regen zu beenden und anschließend am Nachmittag einen Blind-Trail zu laufen. Das besondere daran ist, dass das Team nicht weiß, ob der Geruchsartikel, kurz GA, von einer Person stammt, die wirklich hier entlang gelaufen ist oder ob es sich um einen Negativ handelt. Jeremias zog den Positiv und Paula reagierte darauf und startet voller Freude in den Trail. Leider wusste Jeremias die Zeichen nicht zu lesen, sodass er auf Negativ vermutete und so die Übung als bekannten Positiv-Trail beendete. Für das Team war dies die beste Entscheidung und so musste das Herrchen von Paula wiedermal lernen – Der Hund hat immer Recht, vertrau ihm!
Deutlich besser lief es mit Earl: Jule und Earl strebten an, dass Wochenende zur Prüfungszulassung zu nutzen und so stand das Team unter besonderer Beobachtung der Ausbilderin Sibylle. Jule zog den Negativ-Artikel und Earl zeige es wunderbar an. Nach wenigen Minuten und einer kurzen Rücksprache mit dem Helfer stand fest: Die Person war nie hier! Super gemacht – so deutlich hat Earl selten einen Negativ angezeigt. Anschließend lief das Team nach einer längeren Pause noch einen Trail – leider merkte man Earl die wechselnde Witterung und Jule die Aufregung sehr an – so dass auch hier die Ausbilderin unterstützend einwirkte. Das Opfer war gefunden, Earl bekam seine wohlverdiente Belohnung und Jule ist um eine Erfahrung reicher.
Zurück auf dem Gelände des THW wurde der Abend gemütlich am Grill und spannenden Theorien über Hundeerziehung, Trailingansätzen oder Gesprächen aus dem Alltag in geselliger Runde beendet.
Sonntagmorgen galt es früh aufstehen: Earl hatte seinen Zulassungs-Long-Trail! Hoch motiviert startet Earl und Jule in die ihnen gestellte Aufgabe: „Suchen, finden, helfen“ – um es kurz zu machen: Leider war Earl auf das sehr stark wechselnde Wetter vom Vortag (Regen, Sonne, Wind, Sonne, Regen in beliebiger Reihenfolge und wechselnd alle 5 Minuten) nicht eingestellt, sodass er am Sonntagmorgen schon anzeigte: „Mama – ich bin todmüde und kaputt.“ Auf halbem Trail hat Jule im Team entschieden, die Sichtung abzubrechen zum Wohle des Hundes. Schade, dass dies nicht ebenfalls zur Prüfungszulassung führt. Die professionelle Entscheidung, in einer Prüfungssituation, zu sagen: „Der Hund ist fertig, wir beenden die Suche hier!“ verdient den höchsten Respekt und zeigt, dass die Hundeführerin in der Lage ist das Team in allen Situationen klar zu beurteilen und stets das Richtige daraus abzuleiten. Meine Hochachtung für diese Entscheidung!
Nach einer ausführlichen Pause wurde der Trail stark verkürzt und die Strecke bekannt zu Ende gelaufen.
Für das Team Paula-Jeremias gab es Aufgrund der Wetterkapriolen einen kurze Motivationsstrecke, bei welcher der Hund die Person weglaufen und abbiegen sieht und es die Aufgabe ist, dieser voller Freude „hinterher zu hetzen“.
Nach erfolgter Feedbackrunde und dem Zusammenfassen des Wochenendes ging es mit neuen Eindrücken und Erfahrungen gen Heimat. Wir kommen wieder – irgendwann!

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